Nachhaltigkeit und Unterhaltskosten von MTB Trails

Für Trails mit hohen Nutzungsfrequenzen im touristischen Raum ist die Nachhaltigkeit

entscheidend.

Ein Trail muss

• sozial nachhaltig sein, also bei der Nutzergruppe entsprechend akzeptiert und beliebt

sein

• ökologische Nachhaltigkeit spielt in der Zonenplanung und dem Bau eine grosse Rolle

• ökonomische Nachhaltigkeit ist für den Betrieb und die Unterhaltskosten entscheidend

Soziale Nachhaltigkeit 

Die Trails müssen so gestaltet werden, dass sie bei Mountainbike-Touristen beliebt sind, sprich

die Zielgruppen bedienen.


Ökologische Nachhaltigkeit 
Unsere Bautechniken sind spezifisch auf ökologische Bedürfnisse angepasst und wurden beispielsweise in Tirol zum landesweiten Standard erhoben oder von Pro Natura lobend

erwähnt.


Ökonomische Nachhaltigkeit 

Unterhaltskosten und -aufwand so tief wie m.glich zu halten ist nebst einem attraktiven

Angebot unser grosses Ziel. Unsere Referenzprojekte beweisen, dass richtige Planung und

Bautechnik, zu sehr tiefen Unterhaltskosten führen. Die Trails in S.lden z. B. verursachen bei

140'000 Fahrten innerhalb von drei Sommermonaten nur 5% der ursprünglichen Baukosten an

Unterhaltskosten.


Foto1

Grundlagen des Trail-Baus

Bautechniken Trail-Bau

Die Erstellung der Trasse:

• Geschieht mit Handwerkzeugen oder maschinell mit einem Bagger

• Generiert Vegetationsziegel, welcher zu Begrünung der Böschungen verwendet werden

• Muss zwingend mit mineralischer Erde vorgenommen werden und im Anschluss mit

verdichtet einer Vibrationsplatte verdichtet werden

Die Trasse wird im 3/4 Einschnitt maschinell oder mit Handwerkzeugen in den Hang gegraben.

Ist es nicht m.glich den Trail im 3/4 Einschnitt zu erstellen muss auf der Aussenseite die Trasse

mit Steinen aufgebaut und mit Erde überfüllt werden. Dafür muss die organische

Auflageschicht abgegraben werden. Die ganze Wegbreite muss aus mineralischer Erde

angelegt sein um eine best.ndige und stabile Wegoberfl.che zu erhalten. Wichtig ist die

Verdichtung der Wegoberfläche mittel Vibrationsplatte.

2
3

Durchschnittliche Neigung

Eine tiefe durchschnittliche Neigung hilft:

• Die Wegunterhaltskosten tief zu halten

• Die gewünschte Wegstruktur zu erhalten

• Die Erosion zu verhindern

• zum Schutz der wegnahen Flora und Fauna beizutragen

Generell, ist ein Durchschnittlichsgefälle von 10% oder weniger sehr nachhaltig. Das

Durchschnittsgefälle ist die Neigung des Weges auf seiner Gesamtlänge. Oft gibt es auf

Wegen kurze Abschnitte die steiler als 10% sind, diese sollten allerdings nicht länger als 50

Meter sein.

Maximales Gefälle

Das maximale Gefälle für nachhaltige Wege liegt bei maximal 15%. Allerdings ist dies

ortsabhängig und nur auf kurzen Teilen möglich.


Variablen für die Festlegung des maximalen Gefälles sind:

• Bodenbeschaffenheit

• Gestein

• Jährliche Niederschlagsmenge

• Neigungswechsel

• Art der Nutzer

• Anzahl der Nutzer


Neigungswechsel helfen:

• die Trail-Oberfläche zu entwässern

• Erosion zu verhindern

• die Geschwindigkeit der Mountainbiker zu kontrollieren

• dem Mountainbiker eine kurze Verschnaufpause zu g.nnen (Bergfahrt)

• Abwechslungsreiche und herausfordernde Trails zu schaffen


Der Neigungswechsel beschreibt das Ansteigen und Abfallen des Trails innerhalb der

Linienführung. So wird sichergestellt, dass das Wasser in regelmässigen Abständen am

tiefsten Punkt mittels Aussenneigung abfliessen kann. Dadurch wird verhindert, dass sich eine

zu grosse Menge an Wasser ansammelt und deren Schleppkraft zu Erosion führt.

4

Kurven

Kurven helfen:

• Kontinuierlich Höhe abzubauen oder zu gewinnen

• Trails innerhalb der als nachhaltig empfundener Neigung zu realisieren

• Trails abwechslungsreich und spannend zu gestalten

Kurven sind ein wichtiger Bestandteil von Trails und mehr als nur Richtungswechsel. Sie helfen

kontinuierlich Höhe abzubauen oder zu gewinnen und erm.glichen es Trails in nachhaltiger

Neigung zu realisieren.

Anlieger Kurven sind stark innengeneigte Kurven.

5
6

Sweep-Turns sind flache, leicht innengeneigte Kurven.

7

Spitzkehren sind flache, enge Kurven: Bild

Austauschdepots:

• ermöglichen das Verbauen von standortnaher Erde

• vermindern den Import von standortfremden Materialien

• machen ökologisch und ökonomisch Sinn


Abhängig vom Standort unterscheidet sich die Zusammensetzung und Beschaffenheit der

Erde zum Teil stark. Die Trail-Oberfläche soll aus mineralischer Erde bestehen und nur ein sehr

kleiner Anteil an organischer Erde enthalten. Bei Böden mit einer mächtigen organischen

Auflage muss dieses Material abgetragen und mit mineralischer Erde ausgetauscht werden.

Für die Gewinnung von mineralischer Erde werden Austauschdepots gegraben, welche mit der

anfallenden organischen Erde aufgefüllt und mit Vegetationsziegel abgedeckt werden kann.

Bewachsene Böschungen:

• verhindern Erosion

• verringern die Sichtbarkeit des Trails

• integrieren den Trail optimal ins Landschaftsbild

Bei der Erstellung der Wegtrasse, entsteht berg-und talseitig eine Böschung. Abhängig vom

Ursprungsgelände fallen diese unterschiedlich steil aus. An der Witterung ausgesetzte,

unbedeckte Böden erodieren schneller. Erosion führt zu unerwünschten Schäden an Weg und

Natur. Aus diesem Grund ist es wichtig, offene Böschungen wieder mit Vegetation und

organischem Material zu bedecken. Somit ist gewährleistet, dass durch die Wurzeln der

Pflanzen die Böschungen wieder zunehmend an Stabilisation gewinnen.

Trail Flagging / Markierung

Das .Trail Flagging. oder die Markierung beinhaltet das abschliessende Trail-Design. Das

abschliessende Design muss sich innerhalb des bewilligten Eingriffsbereichs befinden. Der

Eingriffsbereich wird mit XXXX (Farbe einfügen) Fahnen markiert. Die Fahnen markieren die

Trailmittelachse welcher +/- XXXX (Korridorbreite einfügen) Meter auf beide Seiten ragt.

Trail Bau

Jeder gebaute Laufmeter Trail muss den hier erwähnten Regeln entsprechen. Die vorgegebene

Trail-Breite gilt nur für die Trasse, nicht aber für die Böschung. Die Varianz in der Trasse muss

den Regeln für den Trail-Typen entsprechen, der gebaut wird. Die Steilheit der bergseitigen

Böschungen muss aus dem Gelände abgeleitet werden. In Zonen in denen die bergseitige

Böschung befahren werden könnte, muss sie den Anforderungen einer Trail-Trasse oder Trail-

Oberfläche entsprechen. Der Trail muss regelmässige Neigungswechsel beinhalten. Dies fördert

die Selbstreinigung. Der Winkel der Entwässerung am Grund der Neigungswechsel muss seitlich

geneigt sein, um Wasser abzuleiten und trotzdem Nutzereinflüssen zu widerstehen. In manchen

Fällen kann das eine Innenneigung und ein bergseitiges Entwässerungsbecken erfordern. Falls

Neigungswechsel steile Trail-Abschnitte zur Folge haben, müssen diese die Regeln für steile

Trail-Abschnitte befolgen. überschüssiges Aushubmaterial muss gleichmässig verteilt werden,

damit keine Erhebungen sichtbar sind. Aushubmaterial muss stabilisiert und mit lokalem

Material bedeckt werden. Ist nicht genügend Oberbodenmaterial vorhanden kann Strohdecksaat

benutzt werden. überschüssiges Aushubmaterial darf nicht in Entwässerungsgräben oder

Gewässern deponiert werden. Falls Material aus Austausch-Depots benutzt wird, müssen diese

nach den Ansprüchen des Trails und dessen Umgebung wieder verschlossen werden: Neigung

des Urgeländes muss wiederhergestellt werden, Stämme und Wurzeln geschnitten,

Aushubmaterial muss stabilisiert werden und mit lokalem Material überdeckt werden.

Austausch-Depots dürfen keine Verletzungsgefahr darstellen.

Befestigte Trassen-Oberfläche: Steinlegung

Die Breite der befestigten Trasse sollte mindestens 1.5 Mal so breit sein wie der Trail selbst.

Somit k.nnen die Trail-Nutzer ihre Linie selbst w.hlen. Mindestens 2 Mal so breit in Zonen wo

Fahrvariationen wahrscheinlicher sind (bspw. Landungen von Sprüngen, innengeneigte Kurven,

usw.). Die bewilligten Trail-Breiten sind in jedem Fall zu berücksichtigen. Steinlegungen müssen

mindestens 25 Zentimeter tief im Boden liegen mit einem Minimum von 2/3 des Steines

unterhalb der Erdoberfl.che. Die Steine müssen stabilisiert werden und sollen im rechten Winkel

zur Fahrtrichtung stehen. Jede Seite des Steingartens muss mit einem Verankerungsstein

abgestützt werden. Steine die zur Befestigung benutzt werden müssen zwischen fünf und 60

Zentimeter dick sein und zwischen dreissig Zentimetern und 1.2 Metern breit. Spalten müssen

mit einheimischem Material oder zermahlenem Stein oder Kies gefüllt werden.

Befestigte Trassen-Oberfläche: Rasengittersteine

Rasengittersteine sind eine weitere Befestigungstechnik, falls nicht genügend lokale Steine

vorhanden sind. Da Rasengittersteine eine gleichmässigere Oberfläche als Steingärten

ermöglichen, sind sie besonders für Anfänger-Trails, oder in Abschnitten, wo eine unebene Trail-

Oberfl.che unerwünscht ist (bspw. Kurven mit hoher Fahrgeschwindigkeit, Sprungsegmente),

geeignet. Die Breite der befestigten Trasse sollte mindestens 1.5 Mal so breit sein wie der Trail

selbst. Somit können die Trail-Nutzer ihre Line selbst wählen. Mindestens 2 Mal so breit in Zonen

wo Fahrvariationen wahrscheinlicher sind (bspw. Landungen von Sprüngen, innengeneigte

Kurven, usw.).

Jeder Rasengitterstein muss stabilisiert und befestigt sein um die Bruchgefahr zu verringern.

Höhenunterschiede und Spalten zwischen den Rasengittersteinen müssen

kleiner als zwei Zentimeter sein. Die Rasengittersteine müssen so ausgelegt sein, dass

Spalten in Fahrtrichtung minimiert werden. Die Lücken werden mit lokalem Material gefüllt und

verdichtet. Die bewilligten Trail-Breiten sind in jedem Fall zu berücksichtigen.

Halbkreismulden

Die minimale Länge der Entwässerungszone ist zwei Meter, wobei die Steigung danach

mindestens drei Meter lang sein muss. Der Höhenunterschied zwischen tiefstem und

höchstem Punkt soll 20 bis 60 Zentimeter sein. Die Seiten der Steigung müssen den

Regelprofilen entsprechen. Um die Selbstreinigung zu fördern, müssen die

Entwässerungszonen der Halbkreismulden aussengeneigt sein, um die Entwässerung zu

erzwingen. Gleichzeitig müssen die Halbkreismulden auch so angelegt sein, dass sie den

Nutzereinflüssen widerstehen. In manchen F.llen kann das eine Innenneigung und ein

bergseitiges Entwässerungsbecken erfordern. Falls Halbkreismulden steile Trail-Abschnitte zur

Folge haben, müssen diese die Regeln für steile Trail-Abschnitte befolgen. Halbkreismulden

müssen mindestens zehn Meter oberhalb von Kurven liegen, um zu verhindern, dass schnell

fahrende Wegnutzer aus dem Gleichgewicht geworfen werden. Ausnahmen für diese Masse

und Regeln können von Stelle zu Stelle gemacht werden um Geländegegebenheiten zu

berücksichtigen oder das Erlebnis des Nutzers zu fördern. An gewissen Stellen können kleinere

Gebilde, welche durch Steine verstärkt werden, als Ersatzmassnahme durch den Klienten

bewilligt werden.

Terrassen

Eine Terrasse ist eine Kombination aus Landung, Stützmauer und Stufe, welche hilft einen

nachhaltigen Weg in steilerem Gelände zu gestalten. Dieses Wege können von mehreren

Nutzergruppen benutzt werden. Die Stufen werden genutzt um den Höhe zu gewinnen oder zu

vernichten, während die Landungen zwischen den Erhebungen die gemeinsame Nutzung

erm.glichen. Terrassen können im Bau neuer Trails eingesetzt, wie auch als

Korrekturmassnahme bestehender Wege angewendet werden. Stufen müssen aus Steinen

gebaut werden; schwer verrottbares Holz kann mit der Erlaubnis des Klienten eingesetzt werden.

Die H.he der Stufen ist abh.ngig von den Anforderungen des Trails. Die Stufen können aus

mehreren Steinen gebaut sein, diese

müssen aber den Krafteinflüssen der Nutzer widerstehen können. Die Landungen müssen

mindestens eine Länge von 1.7 Meter messen. Jede Landung muss entwässert sein,

vorzugsweise zur Aussenseite hin. Es wird nicht akzeptiert, dass Wasser über die Stufen

hinunterläuft. Der Entwässerungsunterschied muss mindestens zehn Zentimeter sein. Die

untere Seite einer Landung muss von einer Stützmauer aus Stein gestützt sein;

verrottungsresistentes Holz kann mit der Erlaubnis des Klienten eingesetzt werden. Die

Steinstützmauer der Landung muss den Anforderungen für alleinstehende Stützmauern

entsprechen (siehe 7).

about views work history

developing trail-based tourism

finland

austria

switzerland

japan

developing trail-based tourism

finland

austria

switzerland

japan

developing trail-based tourism

finland

austria

switzerland

japan

developing trail-based tourism

finland

austria

switzerland

japan

developing trail-based tourism

finland

austria

switzerland

japan

developing trail-based tourism

finland

austria

switzerland

japan